Der 42. BMW Berlin Marathon- Ein langer Weg….

Ende Juli hatte ich das Glück, bei Team Erdinger Alkoholfrei, einen der begehrten Berlin Marathon Startplätze zu gewinnen.

Über Facebook startete ich einen Aufruf wer mich denn für eine Nacht aufnehmen würde und Mandy (auch eine frühere Brooks Run Happy Messengerin) sagte mir sofort zu 🙂

Flüge waren schnell gebucht und bei Garmin Connect ein pulsgesteuerter Trainingsplan heruntergeladen.

Bis auf eine Einheit, habe ich alle Trainings absolviert.

Meine Vorbereitung ist echt super gelaufen und ich habe mich sehr gut vorbereitet gefühlt als ich im Flugzeug nach Berlin gesessen hab.

Mandy hat mich wie verabredet am Flughafen abgeholt und bei Ihr zu Hause gab es selbstgemachte Pizza für mich. Geschlafen hab ich trotz Vollmond ganz gut und wachte morgens voller Aufregung auf.

Schnelles einfaches Frühstück mit Toast, Honig und Erdnussbutter dazu grüner Tee. Schnell ins Bad, anziehen und ab zur Bahn.

Vor Ort kurz den Weg zur Notfallstartnummernausgabe verpeilt, aber dann doch gefunden. Mit Hilfe  von Mandy hab ich nicht die Nerven verloren. Startnummer ans Shirt – aus der Nummer komme ich jetzt nicht mehr raus 🙂

Mandy navigierte mich durchs Gelände bis wir den Team Erdinger Stand sehen konnten und schon musste ich mich von Ihr trennen. Hier ist der Bereich für die Starter weitgehend abgeriegelt und Angehörige und Freunde dürfen leider nicht mit rein. Fotografen sind überall um den großen Tag zu dokumentieren- und irgendwie zog ich diese wieder magisch an.

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Bei Teammobil habe ich dann meine Sachen abgegeben und mich am Dixie angestellt und bin da direkt auf Stefan getroffen, der bei Garmin arbeitet und schon bei diversen Events im Team mit mir am Start war. Schön auf ein bekanntes Gesicht zu treffen- das lenkt doch sofort von der Aufregung ab.

Am Team Stand gab es noch einen Schluck Wasser und eine halbe Waffel und schon befand ich mich auf dem Weg in den Startblock.

Und was soll ich sagen- alleine bei dem Gedanken daran wie ich mich gefühlt habe und wie alles auf mich gewirkt hat, bekomme ich direkt Gänsehaut.

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Berlin hat mich überrannt: Mit Menschen, Eindrücken, Gefühlen und Erstaunen- aber dazu mehr.

Ich fand meinen Platz im Startblock H. Erster Startschuss um 9:00 für den ersten Startblock. Alles ruhig.

Irgendwann Startschuss für den 2. Startblock- ich muss und bedingt noch mal an ein Dixie.

Dort traf ich auf zwei nette Damen aus San Jose- sie waren schon zum zweiten Mal hier am Start und auch völlig aufgeregt weil es hier so toll sei.

Zurück im Startblock stand ich neben zwei Damen aus England. Auch mit dem Ziel: Mit Spaß ankommen.

Irgendwann setzte sich der große Block in Bewegung. Was für eine Stimmung- ich war sprachlos. Das hier war anders, anders als alle Läufe bei denen ich bisher gestartet war. Menschenmassen an der Strecke. Schilder, Musik, Party.

Ich hatte vermutet das es unfassbar sein würde, aber es war noch viel besser. Mittlerweile dämmerte es mir warum hier Läufer hunderte von Euros ausgeben um dabei zu sein. Das hier war die Berlin Marathon Party.

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Ich trank ab Kilometer 5 an jeder Verpflegungsstelle Wasser und jede zweite zusätzliche Tee und Iso. Ich hatte mich vorher informiert und mit der gleichen Marke im Training gearbeitet um meinen Magen vorzubereiten.

Es ging alles so schnell hier: Ich war immer abgelenkt durch die Umgebung und hatte so viel Spass. Irgendwann befand ich mich in der angekündigten Powerzone bei Kilometer 27,5, wo ich mich mit Gel eindeckte. Auch mit diesem Gel habe ich trainiert- nur in einer anderen Geschmacksrichtung. Eins habe ich direkt zu mir genommen und eins eingesteckt.

Eine Zone mit Musik: Because I’m Happy- Mr. Pharell dröhnte aus den Boxen. Yeah! Ich freute mich klatschte und der Moderator meinte das das Lied ja so passend wäre zu meinem Shirt: Brooks RUN HAPPY Team 🙂

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Es lief super- Tempo immer zwischen 6:30-6:45- so wie es vom Herzfrequenzbereich her auch geplant war.

Doch dann schnellte bei Kilometer 30 meine Herzfrequenz plötzlich von 149 auf 172 hoch- ganz ohne das sich an der Strecke oder meiner Geschwindigkeit etwas geändert hätte. Irritiert schaute ich auf meinen Garmin FR 920 XT- stimmte der Wert? Kurz darauf Magengrummeln und Bauchweh. Ich spürte förmlich wie es in mir brodelte.

Ich fragte eine Ordnerin wo ein Dixie sei: Und die Antwort war: In der nächsten Nähe sei keins-aber hinter Ihr die Büsche sollten es auch tun. Also ab durch die Hecke.

Einzelheiten erspare ich Euch. Ein Mann kam aber um die Ecke und ich fuhr ihn direkt an, dass ich es nicht geschafft hab mich weiter in die Ecke zu verstecken und das es mir egal ist ob er mich sieht. Und er meinte nur es ist ihm egal, wenn es mir egal sei das er sich neben mich in die Hecke setzt. OK- das war deutlich. Ich wünschte Ihm eine gute Besserung und frohes Weiterlaufen.

Aber mein Magen gab noch keine Ruhe. Bis Kilometer 33 musste ich mich noch übergeben und noch 2 Dixies aufsuchen.

Und eigentlich war ich bei Kilometer 33 mental so weit das ich aufgeben wollte, die Bauchschmerzen waren einfach zu heftig wenn ich versuchte zu rennen.

Ich schaute mich um, gab es hier eine Straßenbahnhaltestelle oder Tram um zurück in den Zielbereich zu fahren? Mein Blick blieb bei Matty hängen- sie kenne ich über Facebook- auch eine absolut passionierte Läuferin. Also bin ich zu Ihr.

Sie erkannte mich 🙂 Wir umarmten uns und sie bot mir Verpflegung in Form von Schokomuffins und Red Bull an – ich erzählte Ihr von meiner Lage und sie sagte nur: Du siehst super aus- du mussst weiterlaufen- die nächsten 8 Kilometer werden Dich die Musik und die Zuschauer tragen. Also nahm ich ein Red Bull zu mir- ich fühlte mich mittlerweile wie eine leere Brotdose- und merkte wie wieder etwas Leben in meinen Körper zurückkehrte.

Ein riesiges Dankeschön noch mal von mir an Matty – Ohne Dich an dieser Stelle hätte ich abgebrochen.

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Mandy hatte ich mittlerweile geschrieben. Sie wartete bei Kilometer 36 auf mich. Das Gel das ich extra mitgenommen hatte hab ich weggeworfen. Das Gel was Sie für mich aufbewahrt habe wollte ich auch nicht.

Sie strahlte mich an und meinte das Sie im Ziel auf mich warten würde. Fakt ist ich hab Sie noch 3 Mal gesehen da Sie mit der Straßenbahn immer eine Station weiter fuhr um mich wieder anzufeuern.

Bands, DJ’s und private Partys an der Strecke hielten mich vom aufgeben ab. Ich ging und joggte im Wechsel. Wobei das gehen überwog. Egal. Ich sang mit wo ich konnte um mich zu motivieren. Aretha Franklins – Think!, Himbereis zum Frühstück, Jailhouse Rock, Cocaine, MFG und so viele mehr. Auf einem kleinen Teilstück war es dann ruig und ich legte meine IPod noch mal an ein Ohr an. Mein Playlist gab gerade Closer to the Edge von sich. Irgendwelche Zuschauer schrien meinen Namen und ich konnte es kaum fassen was hier passierte. Gänsehaut. Und da war Sie: DIE ZIELGERADE!

So viele Menschen, so ein Anfeuern und Geklatsche habe ich noch nie erlebt. Ich lief entlang der Bande und klatschte alle ab. Das war mein Moment. Ich hatte Tränen in den Augen (und gerade wieder – was für ein Erlebnis).

Ziellinie- Fassungslos das ich es doch geschafft habe kam ich im Ziel an.

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Medaille bekommen und Versorgungstüte abgeholt. Zurück zum Team Erdinger Stand nahm ich ein alkoholfreies Bier mit- aber mein Magen rebellierte auch hier direkt. Schade, aber trinken konnte ich es nicht. Dann schnell etwas warmes angezogen, erneuter Dixie Besuch und ein wenig frisch machen. Mit Mandy telefoniert und schon befanden wir uns auf dem Rückweg.

Eigentlich wollte ich mich noch mit einem Les Mills Kollegen treffen, aber mein Magen war nicht in der Stimmung. Kein Hunger kein Durst.

Bei Mandy belebte mich die Dusche mit neuem Leben.

Irgendwie hab ich dann was mit der Bestellung von MyDriver verballert und Mandy hat mich kurzerhand auch wieder zurück zum Flughafen gefahren. Auch auf diesem Weg noch mal ein riesiges Dankeschön für Deine tolle Betreuung ❤ und Gastfreundschaft.

Was ist nun mein Fazit zum Berlin Marathon? JEDERZEIT WIEDER!

Was nehme ich mit nach Amsterdam? Ich werde zum ersten Mal mit Trinkrucksack und eigener Verpflegung starten um einfach die Faktoren von außen auszuschließen. Vielleicht war es die niedrige Temperatur vom Wasser, oder das Gel das eine andere Geschmacksrichtung hatte- keine Ahnung.

Laut Auswertung bin ich über 6 Kilometer gegangen, plus 4 Stopps an der Seite- also eigentlich eine nicht so schlechte Zeit wenn man es gesamt sieht mit 5:24:38.  Meine schlechteste Zeit ever, aber das Erlebnis war es wert.

Vom Team Erdinger kam am Freitag die Nachricht das ich eine Marathonreise nach London gewonnen habe, dieser findet nächstes Jahr im April statt. Was für eine Motivation für nächstes Jahr 🙂

Einen Dank auch hier an meine Trainerkollegen die meine Stunden im Studio übernehmen wenn ich an solchen Läufen teilnehme :-*

Bis dahin RUN HAPPY!

Und weil es einige Nachfragen gab: Der Schuh an meinen Füßen ist der BROOKS LAUNCH 2 in der Aurora Edition. Diesen Schuh habe ich mir gekauft und ich bin absolut begeistert davon.

Meine Strümpfe wurden mir von WRIGHTSOCK kostenfrei zur Verfügung gestellt. Das Model war der Coolmesh II quarter mit dem ich blasenfrei und ohne Probleme durch den Marathon lief.

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von chiamh Veröffentlicht in Laufen

Ein Kommentar zu “Der 42. BMW Berlin Marathon- Ein langer Weg….

  1. SO Läufe gibt es. Leider. Wenn dann aber eben auch nichts mehr zugeführt wird wird es nur noch schlimmer.
    Ich glaube das muss jede(r) mal erleben, um mitfühlen zu können!
    Aber toll gekämpft und dich ins Ziel tragen lassen. Berlin ist wirklich immer einen Marathon wert!

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