BMW Frankfurt Marathon geschafft!

Wo fange ich am besten an?

Samstags wurde ich wach und bemerkte eine Veränderung: Schnee war über Nacht gefallen! Mistkram! Ich wollte doch heute nach Frankfurt um meine Startnummer abzuholen und um all die Leute von Twitter kennenzulernen.

Also geschwind in alte Kleider gehüpft und zu meinen Eltern gefahren. Die habe ich dann geweckt, beide waren sehr erkältet und die Störung tat mir wirklich leid.

Mein Dad hat mir dann schnell den Schlagschrauber erklärt und mir mit einer Eisenstange geholfen,da ein paar Schrauben nicht aufgehen wollten. So hatte ich in unter einer Stunde meine Reifen gewechselt und war auf dem Weg zu unserem neuen Vermieter.  In nicht mal vier Wochen werden wir umgezogen sein und ja, ich freue mich mittlerweile darauf. Dort nahm ich den neuen Mietvertrag in Empfang undmachte mich nun auf den Weg nach Frankfurt.

In Frankfurt angekommen befand ich mich auch schon mitte im Getümmel der Marathonmesse. Wow! Hier war echt was los. Läufer tummelten sich hier um die neusten Errungenschaften der Forschung und die Neuheiten der Labors zu bestaunen und zu erwerben.

Ich hatte zwei Ziele: Brooks und Wrightsock wollte ich unbedingt besuchen.

Am Brooks-Stand wurde ich von der Farben Vielfalt überwältigt. Alle die im Stand am arbeiten waren kannte ich schon von diversen anderen Läufen oder von Münster direkt. Ich schaute mir die neuen Farben und Modelle an und hab schon mal ausgelotet was auf meinen Wunschzettel muss.

Danach lief mir Michael in die Arme. Kurzer Small Talk und schon war ich auf dem Weg zu Wrightsock. Dort traf  ich zum ersten Mal Günter Klei. Via Facebook hatten wir uns ja schon öfter ausgetauscht und nun lernte ich ihn mal im echten Leben kennen.

Auch bei Wrightsock gab es viel neues: Neon so weit das Auge reicht, doch leider in meiner Größe ausverkauft, also nahm ich noch ein paar Coolmesh Quarter in schwarz mit. Diese sollten beim Marathon in Kombi mit meinen CEP den Blasen vorbeugen.Dann machte ich mich auf den Weg zur Pasta-Party.

Via Twitterhaben wir uns dann alle irgendwann gefunden und standen in einer geselligen Runde zusammen.

Toll wenn man endlich mal zu den ganzen User-Namen ein Gesicht vor Augen hat. Die Stimmung war ausgelassen und herzlich. Ich bin immer wieder verblüfft wie wildfrmende Menschen bei Laufveranstaltungen durch den #Twitterlauftreff zueinander finden.

Durch das Wetterchaos wollte ich doch nicht mehr mit ins Vapiano und verabschiedete mich von der lustigen Truppe. Kurz bevor ich dann aufbrechen wollte fand ich noch Andrè, den Minister of Run Happy. Schnell begrüst und lieb gedrückt war er auch schon wieder weg. Doch da war noch Frank von Sportics den ich noch treffen wollte. Auch er hatte vor mit einem Debütanten zu laufen und peilte ungefähr den gleichen Schnitt wie wir an.

Wir- das waren Gerd, Stephan und ich. Gerd kannte ich von seiner Zeit als Messenger bei Brooks. Er selbst ist Ultraläufer und wollte mit Stephan und mir die Sache langsam angehen.

Zu Hause angekommen richtete ich meine Sachen, ich hatte so viel Angst etwas zu vergessen.

Hier habe ich bemerkt das es etwas gibt, was in meinem Kleiderschrank fehlt: Ein Laufbolero. Anscheinend hatte ein Hersteller so etwas mal im Programm, aber er war nirgendwo mehr verfügbar als ich ihn kaufen wollte.

So war mein Plan: Mein Epiphany Support Tank II in Verbindung mit dem Juno Bra und Armwärmern als erste Lage, das Utopia Hoodie als zweite. An meinen Beinen: Brooks Boy Short,die Infiniti Capri, CEP Socken, Wrightsocks und der Launch oder vielleicht doch derRavenna 3? Die Schuhfrage wollte ich morgens klären: Was sich besser anfühlt wird getragen.

Der Ipod sollte nur als Notfalllösung mit- falls ich meine Mitläufer verlieren sollte oder erst gar nicht finden würde.

Duschsachen gepackt und mein geliebtes Brooks Hoodie, in das ich mich einkuscheln konnte.

Und nun ab ins Bett- die Zeitumstellung war auf meiner Seite.

Ich schlief ziemlich gut und morgens war ich topfit.

Ich frühstückte Cornflakes mit Bananen. Ich schmierte mir Toast mit Erdnussbutter und Grapejelly um vor dem Marathon noch einen Happen zu essen. Apfelschorle als Getränk und in letzter Sekunde fiel mir ein, dass ich mir ein Notfallpackage für unterwegs packen wollte. In diesen Wasserdichten Beutel kamen Kaugummis, Blasenpflaster, Aspirin und Immodium.

Mein Schuh an diesem Morgen war übrigens der Launch- fühlte sich gut an.

David und Jasmin waren mit am Start und so fuhren wir um viertel vor Sieben hier los.

In Frankfurt entdeckte David auch ein Parkhaus in der Nähe und so war ich sehr pünktlich für den Drehtermin mit BMW TV vor Ort.

Bei BMW Laufsport hatte ich ja den Startplatz gewonnen und wurde danach gefragt ob man mich vorher interviewen und filmen dürfe. So konnte ich vorerst mal gar nicht aufgeregt sein. Ich machte mich warm vor der Kamera und beantwortet alle Fragen. Irgendwann musste ich aber das ganze dann beenden, ich musste ja noch Jasmin und David wiederfinden und noch mal aufs Klo, was Essen und Trinken und überhaupt…..

AUFREGUNG! Da war sie- Mist! Nicht schleichend wie sonst sondern mit einem Knall schnellte mein Puls hoch.

Ich verabschiedete mich vom BMW TV Team und rief bei David an. Keine Antwort, dann bei Jasmin keine Antwort. Puls bei 190- ich kann so nich.

Irgendwann hatte ich sie dann doch am Telefon und irgendwie haben wir uns wiedergefunden. Und das obwohl die vielen Läufer hier alles andere als zuvorkommend oder rücksichtsvoll waren!

Auf die Toilette innerhalb des Gebäudes zu gehen, stellte sich als Fehler heraus. Also lies ich David und Jasmin zurück und verabschiedete mich.

Am Dixie war weniger los und ich stellte mich dort an. Auch hier kam ich schnell ins Gespräch und man fror gemeinsam.

Das Thermometer zeigte 2,5°C an. Wow! das in Verbindung mit dem Wind war schon grenzwertig. Aber der Wetterbericht sagte Sonne vorraus, und ich hoffte aus Windstille.

Mit Gerd verabredete ich mich am nahegelegenen Hotel und er lies nicht lange auf sich warten. Er und Stephan waren mir sofort grün. So bahnten wir uns unseren Weg in unseren Spass- ähm- Startblog.

Wir warteten auch hier nicht lange bis der Startblog nach vorne an die Startlinie rücken durfte.

Startschuss – los. Während um uns herum sehr viel Stille herrschte, hatten wir uns viel zu erzählen. Schliesslich hatten wir uns gerade erst kennengelernt. Gerd versprach uns zu steuern und unsere Geschwindigkeit im Auge zu behalten. Die Stimmung war echt super! Wir trafen auch auf Frank, Mario und Sven.

Bei uns herrschte ausgelassene Stimmung. Gerd wies uns an, an wirklich jeder Verpflegungsstelle zu trinken.

Was bestimmt eine super Idee gewesen wäre, wenn nicht die Getränke eiskalt gewesen wären 😦

Das Wasser war so kalt, das es an den Zähnen weh tat. Aber wir mussten ja trinken also runter damit.

Bei Kilometer Zehn bemerkte ich dann zum ersten Mal das Magengrummeln. Ich griff dennoch zur Banane und zu Apfelschorle (wie es mir eine Freundin / Ernährungsberaterin empfohlen hatte) und lief langsam umd stetig weiter. bei Kilometer 12,5 war es soweit, der erste Dixiebesuch. Verdammt. Das war gar nicht gut. Mein Magen krampfte und ich versuchte mit tee (wenn er denn an den Verpflegungsstationen noch verfügbar war) entgegenzuwirken.

Bei Kilometer 17,5 war mir klar: Da hilft nix. Also griff ich zu Immodium Lingual. Nicht die beste Möglichkeit, aber ich hoffte das es wirken würde. Die Hoffnung stirbt zuletzt.

Wir liefen weiter und trafen nochmal auf Sven- kurze Tanzeinlage zur Sambagruppe- und schon waren wir wieder auf der Strecke.

Es ging vorbei an Musikgruppen und Sambaformationen. Für mich zählte leider nur: Wo ist das nächste Dixie?

Das Medikament wirkte nicht und so musste ich spätestens alle 5 Kilometer in die blaue Box- Mist- Verdammter!
Stephan und ich beschlossen Dixie-Bingo daraus zu machen- so war es erträglicher und irgendwie taten die Beiden mir leid. Ich musste tatsächlich 7 mal ab Kilometer 12,5.

Ich beschloss bei Kilometer 30 nochmal zu Immodium zu greifen-aber auch hier zeigte es keine Wirkung.

Dafür aber der Song über den Wolken, der hier gespielt wurde 🙂

Dafür war uns umso mehr bewusst das wir ab Kilometer 30 so weit laufen würden wie noch nie zuvor. Zumindest traf das auf Stephan und mich zu.

Bei jedem Kiometerschild hatte ich Gänsehaut und konnte gar nicht glauben wie weit ich gekommen war.

Bei Kilometer 33 trafen wir auf Mario und Frank, die gerade etwas langsamer wurden, da Frank leichte Probleme hatte. Hier erinnere ich mich an die Kneipe in der: Erbarmen- zu spät die Hesse komme-lief. An der nächsten traf ich auf einen altbekannten TopHit: Ring of Fire. Ich freute mich total- gehörte der Song doch seit dem Garmin Alpen Triathlon zu meinen Lieblingssongs beim Sport. Sofort folgte ein Dämpfer. Gerd meinte das Musik mich immer anziehen lies und Frank meinte das ein Geschirr wie bei einem Hund wohl das richtige sei.

Ja das stimmt, Musik pusht mich- sehr sogar. Ich verbinde so viel in meinem Leben mit Musiktiteln, auch in meinem Freundeskreis haben viele Personen einen Titel mit dem ich sie verbinde. Bei Jasmin zum Beispiel ist das Hells Bells, bei Patti Closer und bei Gabi Mr. Roboto.

Kein Wunder also, das ich bei Bad Moon Rising auch wieder etwas schneller wurde.Frank und Mario haben wir leider verloren.

Bei Kilometer 38 war ich wirklich geflasht- Wow! SO ist das also wenn man weit läuft. Bei Kilometer 40 waren Stephan und ich dann zum letzten Mal auf dem Dixie um den Zieleinlauf zu geniessen. Mittlerweile zwickte auch meine Blase und ich hatte eine Salzkruste im Gesicht. Egal! Das hier konnte mir niemand mehr nehmen!

Der Moment, in dem wir zu dritt in Richtung Festhalle abbogen, als Gerd seine Frau entdeckte, ich die Frau von Frank entdeckte und der Eingang vor uns lag und Gerd uns mit einem: „Geniesst es!“ vorschickte.

Ich hatte Gänsehaut, Pipi in den Augen und sogar der Text von the Riddle fiel mir wieder ein. Ich verfiel in den Hopserlauf, der beim ersten Hopser auch ehrlich ein wenig schmerzte, aber dann war alles vergessen! Wow! Hammer! Genial! Ich umarmte mein Begleiter! Ohne die Beiden, und die vielen Storys über die Kinder und Familien hätte ich das hier nicht geschafft!

Ja der erste Hopser tat wirklich weh!

Ich war im Ziel! Und ich musste eigentlich schon wieder aufs Klo. Ich nahm meine Medallie in Empfang, ließ mich in Folie hüllen und trank Tee. Hunger hatte ich keinen. Ich bedankte mich nochmals für das betreute Laufen und machte mich auf die Suche nach David und Jasmin. Die hatte ich schnell gefunden und so konnte ich zügig unter die warme Dusche. Einziges Problem: In der Halle war es zugig und kalt- also beeilte ich mich.

Während ich meine Haare föhnte twitterte ich und genoss die Wärme um mich herum.

Nachwehen hatte ich fast keine: Ich trank zu Hause noch viel Grüntee um dem Zwicken in der Blase entgegenzuwirken, Montags in der Sauna schmerzten nur etwas meine Knie und Dienstags ging es mir schon wieder super.Muskelkater hatte ich nur im Oberbauch vom Lachen. Mittwochs gab ich schon wieder Kurs, merkte aber beim BodyCombat Halloween Special schon, dass ich da was großes hinter mir hatte.

Alles in Allem kam ich super glücklich im Ziel an. Die 5h13 sind mir fast egal. Die Gewissheit, das es ohne Magenprobleme eine 4 vorne gewesen wäre macht mich schon stolz. Die Vorbereitungszeit von 3 Wochen war mehr als kurz und viele haben mir gesagt wie verrückt es sei, ohne Vorbereitung die volle Distanz laufen zu wollen. Fakt ist, ich bin angekommen und mit einem Lächeln über die Ziellinie!

Das war echt Run Happy!

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13 Kommentare zu “BMW Frankfurt Marathon geschafft!

  1. Nochmals Gratulation! Aufgrund der knappen Vorbereitung ist es wirklich gutgelaufen.Die Magenprobleme waren einfach Pech aber den Spaß hattest du ja trotz allem nicht verloren.
    Das Zielfoto ist echt genial. :-)))

    @Gerd Für dich ist das nix. 😉

  2. Ach wie doof: Magenprobleme! :(.
    Ansonsten liest sich das wie mein erster (und einziger) Marathon, nur den Hopserlauf hätte ich nicht mehr hingekriegt ;). Du bist echt der Hammer!

    HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH, Marathonia!

    Diesen Bolero hab ich übrigens vorgestern bei Fitness First gesehen; fand ich auch sehr schick, und sicher praktisch.

  3. Hallo Carmen, nochmals herzlichen Glückwunsch. Hab großen Respekt vor dir! Hatte mich vor meinem ersten Marathon wirklich 6 Monate vorbereitet, wobei ich insgesamt wesentlich weniger Wettkampferfahrung hatte zu der Zeit als du (in den 1,5 Jahren vor meinem ersten Marathon „nur“ 3 HMs, sonst nichts).
    Leider waren wir Samstag Mittag auf der Messe, so dass wir uns nicht kennen gelernt haben, aber wenn du in Rodgau läufst, holen wir das nach. 🙂
    Viele Grüße, Katrin

  4. wow- toller Bericht! und noch einmal herzlichen glückwunsch zu der klasse leistung! das motiviert wirklich auch mal über die 42 nachzudenken… 🙂

  5. Pingback: Ein Weg zurück zur "Normalität" ohne zur Norm zu gehören - dirosports

  6. Habe den Bericht leider erst jetzt entdeckt – schön geschrieben! Und natürlich toll gemacht! Beim nächsten Mal dann alles ohne Magenprobleme 🙂 Gern hätte ich auch über meinen ersten Marathon geschrieben, aber der fiel ja bekanntermaßen in New York aus 😦

  7. Pingback: Mein Läufer(Sport)Jahr 2012 | schlechteswettergibtesnicht

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