Der Stutensee-Triathlon – Erlebnisbericht

Ziemlich spontan haben Jens und ich uns letztes Wochenende zum Stutensee-Triathlon angemeldet.
Gestern war es dann so weit: Mein erster Triathlon (Volksdistanz 500m Schwimmen 20km Radfahren 5km Laufen)!
Schon Am Abend davor bin ich die Checkliste 2 mal durchgegangen.
Ja- alles da! David fragte mich vor dem schlafen gehen noch mal ab- Mist- Reifenheber vergessen zu packen. Also noch mal aus dem Bett und schnell in die Kiste damit.
Die Nacht war nicht erholsam. Ausgerechnet in dieser Nacht feierten die Nachbarn aus Amerika eine Party, nebenan im Bürgerhaus gab es eine Hochzeit und zwei Häuser weiter schien es auch einen Anlass zum lärmen zu geben. Nach 4 Stunden Schlaf klingelte der Wecker.
Frühstück: Ein Brötchen mit Erdnussbutter und Marmelade und eine Banane. Hat sich bisher bewährt und löst kein Magengrummeln aus.
Völlig entspannt machte ich mich fertig – wir beluden das Auto und fuhren zum ausgemachten Treffpunkt. Dort trafen dann auch Mona und Jens mit Hund Rosalie ein. Schnelles Hallo und schon waren wir auf dem Weg nach Stutensee. Im Auto ging ich alles noch mal für mich und die Wechselzonen durch. Kurz nach dem Frankenthaler Kreuz setzte der Regen ein- strömender Regen. OK mein Plan: Schwimmen im TriSuit (wenn erlaubt mit Neo) und auf dem Rad wollte ich meine Brooks Essential Vest einfach drüberziehen.
Wir kamen im Unwetter an. Startunterlagen abgeholt und erst mal die Lage gecheckt. Jens und ich waren mit den Startnummern 165 und 163 nahe zusammen platziert. Perfekt wie sich herausstellte, denn so konnte ich meine Brooks ASR 7 (kurze Planänderung morgens, wollte eigentlich im PureGrit starten nur war Asphalt in der Strecke) mit unter seine Plastikschüssel stellen und sie wurden nicht so doll nass. Jens ging mit mir den Wechsel in WZ (Wechselzone) 2 durch: Absteigen, zum Ständer laufen, Rad abstellen, Helm Abziehen, Schuhe aus, Schuhe an- schnell was trinken und dann loslaufen.
OK- Check- das war vernünftig.
Nun war die Frage: Mit dem Auto zur WZ1? Mit dem Rad? Da wären wir komplett nass angekommen- zumal ich auch keinen Beutel hatte um auf dem Rad alles zu transportieren.
Kurzerhand luden wir das Rad von Jens in den Kombi von David. Ab jetzt gab es bei mir, obwohl ich so toll geplant hatte nur noch Chaos. Da ich auf der Fläche vom Kombis sitzen sollte, musste mein Klappkorb raus- d.h. die nötigsten Sachen mussten in die Tüte. Ich ging alles nochmals durch- wo war meine Startnummer? Verdammt- die lag nun bei Jens im Auto. OK- schnell noch mal rausgeholt- verdammt meine Schwimmbrille ist auch noch drüben- wieder raus in den Regen- wieder zurück. Jens fragte mich nach dem Aufkleber für mein Rad- natürlich war diese auch noch in seinem Auto. Mein Puls war grenzenlos hoch. Irgendwann hatte ich alles auch den Forerunner 910 XT. Ich hatte extra einen BH von PureLime gekauft, auf den man direkt den Herzfrequenzsensor von Garmin klicken kann. So kann im Wettkampf kein Pulsband verrutschen.
An der WZ1 gab der Regen alles. In der Hektik hatte ich schon ein Loch mit meinen Radschuhen in die Tüte gerissen (Notiz an mich selbst: Einen Stoffbeutel für das nächste Mal richten!), beide Räder aus dem Auto,beide Beutel aus dem Auto, schneller Kuss für David und schon standen wir relativ einsam im strömenden Regen.
Zuerst haben wir die Räder einfach so in die Wechselzone gehoben- dann sahen wir den Pavillon für den Radcheck und holten die Räder wieder raus. Einmal um die WZ und unters schützende Pavillon. Wolfgang und seine Freundein waren auch da, obwohl er morgen noch mit sich gekämpft hatte, weil das Wetter so schlecht war. Ich hab mich richtig gefreut ihn wiederzusehen, auch er hatte sein Triathlon-Debüt. Die Wettkampfrichter schauten nach dem Rad und dem Helm und so konnte ich mein Rad platzieren (freie Platzwahl- da musste es natürlich ganz vorne an den Ausgang)
Ich versuchte Ordnung in meinen Beutel zu bringen,was mir nicht gelang. Mein Forerunner 910 XT war weg- oh nein! Hatte ich den in der Hektik verloren? Im Auto war er noch da- ganz bestimmt. Alles durchgesucht- nein keine Chance- er war weg. Bei Wolfgang durfte ich noch mal schnell David anrufen- der ging auch ausnahmsweise mal bei einer fremden Nummer dran- und bat ihn darum im Auto zu schauen und sich bei Wolfgang zu melden. Schlimm war ja nicht dass das Gerät jetzt nicht an meinem Arm war, aber wenn es weg sein sollte hätte ich ein Problem!
Die Wettkampfrichter waren noch am beraten ob der Triathlon stattfinden sollte, aber eins war klar: Wenn ja, dann gab es ein Neoverbot. Ich war dem See ausgeliefert.
Nach gefühlten 30 Minuten (es waren aber anscheinend nur 10) gab es die Anweisung das der Start um 15 Minuten verschoben wurde. OK- also haben wir uns aus den Klamotten geschält (meine nassen Kleider hat Wolfgang in seinem Auto deponiert) und dann waren wir in TriSuit, Badekappe und Schwimmbrille auf dem Weg zum See. Hier war ein Hindernis in StrongmanRun- Manier zu finden: barfuß einen matschigen Hügel hoch…zur Not dann auch den Triathlon als Batsch-Queen. Am See gab es dann eine erste Entwarnung von Wolfgang: David hatte meinen Forerunner 910 XT unter dem Autositz gefunden- war ich froh!
Meine volle Aufmerksamkeit galt dem See. Laut Plan im Internet waren 2 Runden zu schwimmen- hm- ich konnte aber mit den Bojen im See nix anfangen. Egal- eine Wettkampfbesprechung sollte das klären.

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Der See überraschte mich sehr: 24°C warm war er und ziemlich klar. Juhu! Reinkommen wäre kein Problem! Die Stimmung war gut. Jens und Wolfgang froren zwar, aber das Wasser vom See gab ihnen Hoffnung auf Wärme. Ich fand schnell noch 2 Neulinge und wir redeten uns gut zu das wir das schaffen würden.

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Wolfgang, meine Wenigkeit und Jens

Schnelle Besprechungsinfo: Eine Runde im See (mein Körper entspannt sich, hatte ich doch Angst überschwommen zu werden). Den Rest nahm ich nur noch entfernt war. Die Radstrecke sollte arschglatt sein und wir hatten an der Wende aufzupassen. Irgendwas mit Linksverkehr und enger Strecke beim Laufen- Juhu nur eine Runde im See! Wir begaben uns an die Startlinie,dort lernte ich nun auch Christian kennen, auf Twitter lief er schon lange in meiner Timeline und so reale Treffen finde ich immer toll.

Ein Pfiff und es ging los. Ich fand ziemlich schnell meinen Rhythmus. Am Anfang bekam ich noch ein paar Beine ab, aber irgendwann auf dem Weg zur ersten Boje hatte jeder seinen Platz gefunden. An der Boje ein bekanntes Gesicht. Wolfgang hing an der Boje: Ich fragte Ihn was los sei? Keine Antwort. Ich fragte ihn ob ich was für ihn tun könnte. Keine Antwort. Ich fragte ob er gerne raus möchte. Keine Antwort. Jetzt hatte ich Angst. Dieses Verhalten kenne ich nur wenn ein Schock kurz bevor steht. Ich blieb bei ihm, auf einmal kam eine Ansage von ihm: Ich habe einen Krampf. Ich fing an zu brüllen ob denn hier niemand sei der helfen könne und in dem Moment kam ein DLRG Helfer auf einen Surfbrett angeschwommen. Ich wünschte Wolfgang alles gute und schwamm weiter. Trotz der Pause gelang es mir langsame Krauler einzufangen. Meine Schwimmzeit lag bei 13 Minuten für 500m. Gar nicht so schlecht. Den Batschhügel hab ich auch langsam ohne Fall geschafft.
In der Wechselzone am Rad lief es bei mir wie geschmiert. Füße abgetrocknet. Helm und Brille auf. Weste drüber, einen Schluck getrunken und….. wie sah es denn bei Jens aus? Er hatte nichts in seine Tüte zurückgepackt und die Sachen lagen wild verstreut herum. Diese Beutel sollten aber zur WZ 2 geliefert werden- also hab ich die Sachen von Jens auch noch schnell zusammengepackt und bin dann los.

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Wolfgang ich Vorder- ich im Hintergrund 🙂

Wolfgang war mittlerweile auch in der WZ angekommen – also konnte er das schwimmen doch noch beenden. An der „Rampe“ stieg ich auf und schon war ich auf der Radstrecke. Die Sonne schien nun unerbärmlich. Hier brauchte ich auch nicht lange um mein Tempo zu finden. Meine Beine waren fit und schon bald trank ich die ersten Schlückchen aus meiner Flasche(so wie Jens mir das empfohlen hat). Hier hatte ich nach kurzer Zeit ein Ziel: Von niemand aus meiner Runde wollte ich mich überholen lassen. Also versuchte ich etwas schneller zu werden. Wie viele Runden sollte ich hier noch mal fahren? Mein blondes Hirn war im Dummy Mode! Am Wendepunkt machte ich kurz langsam um zu fragen. Die Auskunft war: Wenn Du jetzt das erste Mal hier bist musst Du noch zweimal vorbeikommen. Alles klar- ich bedankte mich höflich und gut gelaunt ging es informiert auf den Rückweg. Von Zeit zu Zeit überholte ich jemand- schönes Gefühl. In der letzten Runde gaben die Helfer mir ein: Ui- die letzte Runde viel Glück beim laufen- mit auf den Weg. Irgendwie raffte ich oben aber gar nicht wo ich hinmusste beim linksabbiegen. Keine Ahnung wie es weitergeht und keine Helfer die den Weg andeuteten (Jetzt weiß ich wie sehr die Leute in Kaiserslautern uns gebraucht haben). Ich ließ missmutig 2 Mitstreiter vorbeiziehen weil ich einfach keine Strecke im Ort erkennen konnte. Beim Bremsen an der Wechselzone merkte ich erst wie glatt es war, fuhr ich doch beinahe auf einen Radfahrer auf. Irgendwas mit 45 Minuten war meine Radzeit.

Schnell zum Platz fürs Rad- auch hier hatte Jens gewütet. Ich wechselte meine Schuhe legte den Helm ab und nach einem Schluck Wasser fand ich mich auf der Laufstrecke wieder. Die Sonne brannte und ich schwitzte total.

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Hätte ich nur meine Weste am Rad gelassen! Ich lief los und David und Mona jubelten mir zu. Schön- gleich war es geschafft.


Das Laufen tat nun richtig weh- meine Oberschenkel waren trotz Koppeltraining total schockiert von dem schnellen Wechsel und ich kam mir vor wie eine Schnecke die über den Weg kroch. Ich vergewisserte mich am Wendepunkt das ich hier 2 Mal vorbei kommen sollte. Wolfgang hatte mich nach kurzer Zeit eingeholt und nahm hier deutlich besser Tempo auf. Meine Beine kamen mir vor wie Gummistempel. Meine Bronchien pfiffen wie ein alter Wasserkessel und ich bereute es, mein Asthmaspray im Auto gelassen zu haben (morgens war einfach nur Regen).
Nach der ersten Runde durch den Kreisel gab es ein Bändchen zum Runden zählen und in der zweiten Runde lief es schon gleichmäßiger. Eigentlich wollte ich am Schluss noch mal anziehen- aber meine Beine waren nicht in der Lage mehr zu geben. Im Ziel japste ich erst mal nach Luft, nach einer kurzen Erholung war alles gut. 20120709-204756.jpgMein erster Triathlon! Juhu!

Christian kam kurz nach mir ins Ziel (auch er hatte wohl Probleme mit den Runden und Wendepunkte gehabt), Wolfgang wartete auf uns.

Jens hatte das Pech und ist zwei mal bei den Kehrtwenden gestürzt und auch beim Laufen erging es ihm nicht so gut.

Alles in Allem war es ein tolles Event. Mein Ziel war es Anzukommen und das nicht als letzte. Hat geklappt: In 1h29min58sec war die Sprintdistanz für mich geschafft.

Nächstes Ziel für diese Woche: Die beiden Step- Aerobic Stunden am Mittwoch geben (Premiere) und das Les Mills BodyCombat Release 52 für Sonntag vorbereiten.

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So sehen Finisher aus!

Dankeschön an Mona, David, Jens, Chistian und Wolfgang- ohne Euch hätte das nicht geklappt, geschweigedem so viel Spass gemacht.

Die Bilder sind von David und Wolfgang-Danke auch hierfür 🙂

Run Happy!

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6 Kommentare zu “Der Stutensee-Triathlon – Erlebnisbericht

  1. Meine Güte,so ruhig der Tag anfing hast du später keine Ruhe mehr gehabt. Aber das sind alles Dinge die beim nächsten Mal besser werden.
    Das Wolfgang nicht antwortete hätte mich auch nervös gemacht aber schön das er es auch noch geschafft hat.
    Letztendlich ist das alles vergessen und es bleibt eine frisch gebackene Triathletin! Nochmal Gratulation dazu!

    Liebe Grüße
    Christian

  2. Sehr schöner Bericht, bin gedanklich mitgegangen und habe wieder richtig Lust bekommen, ebenfalls einen Triathlon auszuprobieren. Dieses Jahr wird es aber wohl nichts mehr… Vielleicht Schwimmtraining im Winter? 🙂
    Gruß
    Thorsten

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