Glücklich! Der See hat mich nicht umgebracht!

Das Garmin Triathlon Camp am Schliersee

Am Samstag war es so weit. Um 4:00Uhr stand ich bei Jens vor der Haustür mit dem gepackten Auto. Ich hatte alles drei mal gecheckt um sicher zu gehen das ich nichts vergessen hatte.
Jens war noch etwas verschlafen, aber schnell war alles verstaut und die Fahrt an den Schliersee konnte beginnen.
In gerade 5 Stunden (mit 2 Stops) erreichten wir das Monte Mare am Schliersee- unseren Treffpunkt. Mein Puls stieg langsam- ich hatte wahnsinnig Angst vor dem Radfahren.
In gewohnter aufgeregter chaotischer Manier schaffte ich es, doch alles zu finden um auf’s Radl zu steigen. Mittlerweile waren es 24 Grad – morgens um kurz nach Neun.
Der erste, den wir trafen, war Malte. Zack- der ist sympathisch- das war der erste Eindruck. Schnell war der Treffpunkt gefunden und schon die nächsten Garmin & Friends Mitglieder begrüßt.
Tim verstaute seine Sachen bei uns im Auto- so war ich noch mal kurz abgelenkt.
Es folgte eine kurze Begrüßung von Gunda (Garmin) und Peter Schlickenrieder nahmen uns herzlich in Empfang. Es gab für jeden ein Garmin Radtrikot (mein erstes überhaupt) und eine Camelbak Flasche. Matthias (auch ein Brooks Ambassador of Run Happy) war mittlerweile auch eingetroffen und auch hier bestätigte sich die Online-Sympathie. Gunda hatte ich ja vorab schon gewarnt das meine Radfahrkünste in den 6 Wochen noch nicht sehr weit gekommen sind und ich mehr Angst wie alles andere hatte.

Ich blieb von Anfang an ziemlich weit hinten und kämpfte mich so durch. Auf den Straßen rund um den Schliersee befand sich überall Rollsplit- sehr zu meinem Leidwesen. Schnell stellte sich heraus, dass Simone und ich die falsche Übersetzung für die Alpen hatten und bei den Anstiegen immer zurück fielen. So stellten wir, zusammen gegen die Berge kämpfend fest dass wir gar nicht weit auseinander wohnen. Worms und Kaiserslautern sind wirklich ein Katzensprung entfernt.
Die Gruppe wartete auf einer Anhöhe dann zum ersten Mal auf uns. Ab diesem Zeitpunkt blieb Peter dann bei uns. Er gab mir Tipps zum Schalten und gab mir auch den Hinweis, das meine Übersetzung (auch nach der Umrüstung auf die Kompaktkurbel) noch immer viel zu hoch sei für die Alpen. Beim zweiten Anstieg hatte Jörg weniger Glück mit seiner Felge und musste zum Radladen gefahren werden. Vom Kameramann bekam ich noch eine Trinkflaschenfüllung Wasser- meins war schon ausgetrunken bei mittlerweile 31Grad. Da Peter sich nun um ihn kümmern musste, erklärte er uns beiden den Weg und wir fuhren eisern weiter. Irgendwann standen wir da: Wo sollten wir hin? rechts ? Links? Und gerade wollten wir Gunda anrufen, da kamen uns Matthias und Joachim entgegen. Rettung in der Not. Sie führten uns sicher zu den anderen, die vor dem Anstieg auf uns warteten. Mittlerweile war auch Peter wieder da und teilte uns auf dem Weg nach oben mit, das wir gleichmäßig im kleinsten Gang nach oben radeln sollten, er käme wieder zurück um uns abzuholen.
Nach knapp 2 Kilometer war es dann so steil, das wir beide Absteigen mussten und nun unsere Räder schoben. Wir haben schnell gemerkt, das die Radschuhe mehr als unbequem sind zum laufen, also Schuhe aus! Das war aber auch weniger gut, denn der Asphalt war mehr als heiß. Also wieder Schuhe an. Beide hatten wir uns auf dem Kilometer Blasen gelaufen, als Peter wieder an uns vorbei radelte mit den Worten: Ich radl schnell runter und komm dann wieder zu Euch. Das tat er auch. Mittlerweile war meine Wasserflasche schon wieder geleert und ich bekam von Ihm sein Getränk. Er half und beim Anfahren am Berg mit einem beherztem Schubs und gab nun weitere Hilfestellung. Auch die motivierenden Worte von Peter ließen kein Aufgeben zu. Immer wieder kam die Ansage: „Schön langsam und gleichmäßig und einfach nur die Kurbel am drehen halten. Super! Sieht doch gut aus! Immer schön gleichmäßig atmen“.Ja- solche Floskeln benutze ich auch zur Motivierung in meinen Kursen und wie bei meinen Teilnehmern halfen sie auch bei mir. Als dann der „Wendepunkt“ von steil zu abschüssig in der Strecke nahte, gab uns Peter noch einen kräftigen Schubs über die Kuppe und schon ging es wieder flott voran.

An der Albert Link Hüte auf 1100m Höhe angekommen, wurde kurzerhand der Plan umgeworfen. Es sollte zeitnah mit dem Laufen weitergehen und nicht erst gegessen werden.
Schnell aus dem kühlen Brunnen Wasser für gegen den Durst genommen und dann ab in die Laufschuhe. Die Luft war hier ziemlich dünn und meine Bronchien hatten auf den letzten steilen Metern schon mit dem Pfeifen angefangen, also nahm ich noch mein Asthma- Spray und eine Allergie- Tablette. Hier stand nämlich alles in voller Blüte.
Die Truppe sammelte sich und es ging los.- weit kam ich nicht. Die Temperatur von 34 Grad, die Höhenluft und der Pollenstaub bescherten mir einen Asthmaausbruch- ich hatte das Gefühl zu ersticken- nach nicht mal 600m laufen. Es ging mir nicht alleine so. Dieter von der Hardtsee Mafia kam ungefähr zum gleichen Zeitpunkt zum stehen. Japsend beschlossen wir, daß wir zur Hütte zurück gehen würden. Es dauerte etwas bis sich unsere Lungen wieder beruhigt hatten. Nach etwas Wasser gingen wir dann schon zum entspannten Teil über mit einem Alkohol freien Bier. An unseren Tisch gesellten sich der Kameramann und Matthias Schrön vom Schliersee Tourismus. Nach kurzer Zeit trafen die ersten Läufer wieder ein, und waren machten sich schnell frisch bevor es an die Brotzeit ging.
Hier wurden wir mit einer Platte mit Schinken, Käse Salami und vielem mehr verwöhnt und als Nachtisch gab es karamellisierten Kaiserschmarrn. Nach dem Essen noch kurz verdaut und schon begann die Abfahrt. Die Strecke machte mir bergab noch mehr Angst wie berghoch. Das liegt aber daran das ich einfach noch Anfänger bin und noch nicht so einschätzen kann, wie mein Bike reagiert.
Im Tal angekommen checkten Jens und ich schnell im Hotel ein und kehrten dann in Badeklamotten zum Schliersee zurück.
So kam es dazu das ich zum ersten Mal seit einer Ewigkeit in einen See stieg. Nein das Gefühl war nicht gut. Ich schwamm schnell hin und her und war froh wieder draußen zu sein.
Jens dagegen war begeistert, auch wenn er etwas fror. Ok-da wusste ich ja jetzt was auf mich zukam. Für den nächsten Tag stand ja Schwimmen auf dem Programm.
Nach einem kurzen Frischmachen trafen wir uns zum gemeinsamen Abendessen im Hotel. Ich nahm ein kaltes Bad gegen den Muskelkater und hoffte das dieser nicht zu schlimm werden würde.
Die Stimmung beim Abendessen war ausgelassen und das Essen mehr als gut. Nach und nach wurden wir weniger am Tisch und der harte Kern bestand aus Gunda, Martin, Malte, Jens, Matthias, Joachim und mir. Man hatte mich vorher schon dazu gebracht meine Cola-Kracher an die Allgemeinheit abzugeben und der Kellner brachte uns netterweise nun auch noch Chips und Salzstangen.
Wir ließen den Abend gutgelaunt mit einem Salzstangencontest ausklingen. 12 Salzstangen in einer Minute galt es zu essen- gar nicht so einfach. Gunda und ich hatten unseren Spaß den Herren beim Mampfen zuzuschauen. Irgendwann lag ich dann in meinem Bett- ich glaube es war so gegen halb zwei.
Um 7 Uhr weckte mich mein Wecker zum Frühstückslauf mit Timo Bracht. Auch hier war es mir viel zu warm und mein Forerunner 910 XT machte mir anscheinend wieder wegen statischer Aufladung Probleme. Das angekündigte lockere Tempo von Timo entsprach meinem Wettkampftempo- ohje. Ich lies mich aber nicht verrückt machen und schlug mein lockeres Tempo an. Gunda und Timo’s Frau blieben bei mir. Wir waren auch gar nicht viele, da nicht alle erschienen waren. Aber da ich schon am Spitzingsee nicht laufen konnte, wollte ich hier unbedingt am Start sein.
Im Hotel angekommen hieß es: Schnell duschen- ab zum Frühstück. Das Frühstück vom Alpenclub war traumhaft: Lachs, Melone, Rührei, Smoothies: Alles da.
Nach diesem perfekten Start in den Tag mussten wir auch schon wieder unser tolles Zimmer räumen und zum Monte Mare fahren. Hier gab es heute einen Vortrag mit Timo Bracht über Ernährung während des Triathlons. Natürlich spielten hier die Cola-Kracher vom Vorabend wieder eine Rolle als das Thema Maoam aufkam 🙂
Der Vortrag war sehr interessant, für mich war es neu ein Gel in die Wasserflasche zu geben und dieses verdünnt zu trinken. Der Umgang mit Cola, Energy-Gel, Kohlehydraten und insbesondere Koffein wurde besprochen und ich konnte viele Tipps für mich mitnehmen um die Wettkampfvorbereitung besser zu gestalten.

Als wir uns dann auf den Weg zum See machten wurde mir mulmig. Ich mag keine Seen. War ich doch als Kind mal mit einer Luftmatratze in ein Schlingpflanzengebiet auf einem See in Österreich getrieben. Ok hier hiess es die Angst zu überwinden. Mein Neo kam hier auch zum ersten Mal zum Einsatz. Diesen habe ich mir kostengünstig aus England bestellt. Ein Orca TRN. Der würde mich schon gegen den See schützen und gab mir ein gutes Gefühl. Vor dem Einstieg ins Wasser bekam ich von Nicole noch tolle Tipps.

Vorbereitung auf das große Schwimmen

Auch den, unter Wasser einfach mal die Augen zuzumachen wenn es zu eklig für mich wäre. Tim erinnerte mich daran den Forerunner unter den Neo zu ziehen,weil ich den ja im Ernstfall schnell ausziehen müsste. Das ist das tolle wenn man mit erfahrenen Trias im Camp ist: Geballtes Wissen, dass auch geteilt wird.

Letzte Vorbereitung und Wissensaustausch

Der Schliersee hatte angenehme 21 °C, aber auch Schlamm, Steine, Algen, Blätter, Enten, Schwäne und Fische.

Bei Gunda hatte ich schon angemeldet, dass ich nicht seefest bin und sie gab der Wasserwacht vom DLRG den Auftrag mich im Auge zu behalten. So war auch hier mein Gehirn beruhigt und ich schwamm in der letzten Gruppe los.

Einteilung in drei Gruppen

Erst mal noch mit Kopf über Wasser- ganz im Oma-Stil. Es hätte nur noch die Blümchenbadekappe gefehlt.Aber ich war nicht allein. Zu viert bahnten wir uns langsam unseren Weg, bis einer der Gruppe das Zeichen gab sofort raus zu wollen. Ich versuchte mich der Seewacht mitzuteilen,aber anscheinend haben Sie mich nicht so gut gesehen. Ein beherzter Pfiff und schon waren sie bei uns um Hilfe zu leisten. Jetzt war ich doch ehrggeizig geworden. Ich schwamm im See- jetzt sollte auch der Kopf unter Wasser. Ja das war eklig aber es ging und mein Nacken war sehr dankbar dafür. Bei einem Blatt bin ich dann einmal so erschrocken das ich kaum noch Luft bekam- das war ja zu erwarten- aber ich schwamm tapfer weiter.

Ich vermute dass  es 800m waren die ich geschwommen bin- im See! Für mich eine Riesenleistung. Glücklich kehrte ich zielstrebig zum Ufer zurück und trieb da mit meinem Neo noch im Wasser umher. Ein tolles Gefühl den Neo nutzen zu können (Im Schwimmbad habe ich übrigens mittlerweile Kraulen-ähm Freistil- mit dem Neo probiert und das funktionierte, bis auf Wasser in der Nase, ohne Probleme für 400m und ich habe nicht mal die Beine genutzt), der Auftrieb ist wirklich sehr angenehm.

Glücklich! Der See hat mich nicht umgebracht!

Die letzte Disziplin war somit auch geschafft und wir lagen noch etwas in der Sonne bevor es dann zu entscheiden galt: 52km Radtour oder Heimreise?

Wir entschieden uns für die Heimreise. Nach einem kurzen Abschied und einer schnellen Dusche im Monte Mare Schliersee machten wir uns auf den Heimweg.

Nochmal ein ganz großen Dankeschön an Garmin und all die tollen Leute die ich kennenlernen durfte. Ich freue mich auf den Alpen-Triathlon und weiß nun was ich noch trainieren muss: Alles 🙂

Danke auch an die Hardtsee Mafia, von denen ich die Bilder nutzen darf 🙂

Ach ja: Am 08.07.2012 starte ich beim Stutensee Triathlon in der Jedermann-Distanz. Hier will ich mal schauen wie das Leben als Tria so ist.

Swim, Bike & Run Happy!

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4 Kommentare zu “Das Garmin Triathlon Camp am Schliersee

  1. Wow… das sieht nach einer Menge Spass und vor allem Know-How aus. ich bin ja auch ein echter Camp-Fan und ärgere mich gerade, dass ich das nicht gewusst habe!

    Für morgen sind meine beiden Daumen für die Jedermann-Distanz gedrückt! Hau rein und geniess es!!

    Alles Liebe,
    Bee

  2. Du schreibst wirklich unbeschreiblich packend – ich habe den doch sehr langen Artikel mit viel Spannung bis zum Schluss gelesen 🙂 Beim Radfahren (obwohl ich deutlich mehr Anfängerin bin als Du) geht es mir manchmal tatsächlich auch so, dass mir die Abfahrt schwieriger erscheint, als der Aufstieg 🙂 Und auch hier finde ich es toll, wie alle aufeinander achten und sich gegenseitig wertvolle Tipps geben!
    Liebe Grüsse
    Ariana

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