39. int. Silvesterlauf Kottweiler- Erlebnisbericht

Am 30.12.2011 war ich total durcheinander: Die Wettervorhersage mit 6 °C und leichtem Regen brachte mich aus dem Konzept.
Ich war verunsichert was ich anziehen sollte und bat auf Facebook um Rat. Dort erhielt ich auch sofort Hilfe von Grit, Nadin und Matthias. Also war mein Plan: Das gleiche wie beim Nachtwächterlauf in Ottweiler nur ohne Unterhemd zu tragen. Auch die Schuhwahl unterschied sich vom Nachtwächterlauf: Anstatt des Brooks PureGrit sollte der Ravenna 3 zum Einsatz kommen, da der Brooks PureGrit mir auf nassem Asphalt vom Haftvermögen nicht so gut gefällt.
Ich richtete alles um am nächsten Tag nicht noch einmal ins Straucheln zu kommen.
An Silvester zeigte das Thermometer morgens ganze 2°C an und es regnete wie aus Eimern- toll! Ich wollte doch mein Ambassador of Run Happy- Shirt tragen- über der Brooks LSD Lite Jacket. Bei dem Regen wäre das nur zusätzlicher Ballast.
Die Infiniti Capri an meinen Beinen, das Essential LS als erste Schicht und LSD Lite Jacket oben drüber- Wrightsocks und Ravenna 3 an den Füßen- so verließ ich das Haus.
Um 12:30 Uhr hatte ich meine Tasche und mich ins Auto verfrachtet- ich hatte vorher keine Zeit aufgeregt zu sein, denn Twitter hatte mich den ganzen vormittag in Beschlag genommen und abgelenkt.
Hier tauschten sich alle Silvesterläufer über Wetter und Läufe aus.
Ich kam in Kottweiler an, bekam einen guten Parkplatz und machte mich zur Startnummernausgabe. Es hatte aufgehört zu regnen- ein gutes Zeichen. Nachdem ich meine Startnummer abgeholt hatte ging ich nochmals zum Auto zurück um mein geliebtes Ambassador Shirt zu holen. Mit den Fix-Points war die Startnummer schnell und sicher angebracht.
Am Start und traf ich noch einige Bekannte. Man plauderte, besuchte noch mal zur Toilette und dann war auch schon der Startschuss um 14 Uhr da.




Zu dem Zeitpunkt war ich eigentlich so relaxt wie noch nie am Start.

Hier hatte ich die gleichen Probleme wie immer: Läufergruppen blockierten den Weg und ich kam nicht so zügig los wie ich das geplant hatte. Die ersten 3,7 km sind hier locker flockig zu laufen, viele Zuschauer in Kottweiler und Steinwenden erleichtern den Start und es geht auch immer ein wenig bergab. Dann folgt ein kleiner Anstieg, schon hier merkte man wer eher im Flachland trainiert hatte. Auch meine Geschwindigkeit brach etwas ein, aber immer noch unter 6 min/km wie mir meine neue GPS- Uhr anzeigte. In Ramstein selbst ist die Strecke flach, die Zuschauer etwas dünner angesiedelt und das Kopfsteinpflaster ist zeitweise die größte Schwierigkeit. Hier entdeckte ich unter den Zuschauern meinen Vater, der mich zuerst nicht erkannte dann aber ein lautes: „HAU RINN“ (Hau rein) mit auf den Weg gab. Meine Antwort: „Mach ich“ war alles was mein Puls zuließ.
So angefeuert kam ich zum schlimmsten Teil der Strecke: Miesenbach- und in Miesenbach geht es nur berghoch. Die Strecke ist alles andere als leicht, mein Puls war am Limit, aber das musste doch zu schaffen sein, die 10km hier in unter eine Stunde zu finishen. Im Jahr vorher hatte ich mit 1:02:32,90 gefinisht, und das Ziel für dieses Jahr war gesteckt.Von Kilometer 6,5 bis 9,5 ging es mal mehr mal weniger berghoch, aber an den schlimmsten Stellen standen die Anfeuergruppen. Auch Patti war gekommen um mich anzufeuern und hatte auch Wasser dabei- falls ich etwas brauchen würde.Am Ortsausgang Miesenbach stand eine riesige Anfeuergruppe die richtig Party machte und ich bedankte mich mit einem Applaus. Weiter ging’s wieder in Richtung Kottweiler. Ich war am Limit- als ich aber um 14:54 auf die Turmuhr schaute und wußte: Es ist nicht mehr weit- gab ich Gas. Es dauerte ein wenig den ganzen Körper und den Laufstil auf rapides bergablaufen einzustellen, und ich brauchte auch ein gutes Stück um meinen Rhythmus zu finden. Der Ravenna 3 gab mir auch hier ein sicheres Abrollgefühl. Kurz vor dem Ziel setzte eine Mitläufern zum Überholen an, da war wieder mein Ehrgeiz gepackt und ich mobilisierte alles- und tatsächlich: Ich ließ die Dame ohne Probleme hinter mir und habe dann vor lauter Sprint die Uhr nicht beachtet. Umso überraschter war ich dann im Zielkanal, das meine Uhr irgendwas mit 57 Minuten anzeigte.

Ich schnappte mir gut gelaunt den heißen Tee der hier ausgeschenkt wurde, nach Essen stand mir der Sinn nicht.
Ich trabte langsam mit verhärteten Waden zum Ziel, um hier noch Anfeuerarbeit zu verrichten. Meine Meinung ist ja immer: Nicht die ersten benötigen den Applaus- die sind ja schon gut- sondern die die noch auf dme Weg sind und den Ansporn brauchen durchzuhalten.
Um 15:18 trafen dann die letzten Läufer ein und ich begab mich in Richtung Heimat.
Total aufgeregt berichtete ich David von meiner Zeit und fieberte meiner offiziellen Zeit entgegen. Die lies auch nicht lange auf sich warten: 0:57:14,37 !!
Ich kann es noch immer nicht glauben das mein letzter Lauf im Jahr 2011 noch meine Persönliche Bestzeit auf 10 km geworden ist.

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Der Ravenna 3 hat hier wieder zugeschlagen und mich zu einer Bestzeit beflügelt. Mein Outfit war zu keinem Zeitpunkt zu kalt oder zu warm. Nur 2 Mal musste ich die Infiniti Capri nach oben ziehen, da ich es versäumt hatte das Band festzuzurren. Ansonsten habe ich alles richtig gemacht. Dennoch gibt es natürlich, wie nach jede Lauf, den Zweifel: Wär es noch schneller gegangen? Ich glaube eine 56 wäre bestimmt drin gewesen.

Aber das steht dann als Ziel für nächstes Jahr auf dem Plan.
Der Silvesterlauf Kottweiler ist wirklich jedes Jahr ein besonderes Highlight für mich: Die Stimmung unter den Läufern, die Zuschauer und die Zielatmosphäre sind jedes Jahr wieder umwerfend.

Ich wünsche Euch allen ein erfolgreiches und sportliches Jahr 2012!

Run Happy!

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Bilder von  http://www.sv-kottweiler-schwanden.de/joomla/ ,  Reinhold Fischer und Carmen Frisch

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