Erlebnisbericht: 32. int. Fackellauf in Rodenbach mit Brooks

Es ist Samstag, der 05.11.2011. Viel zu früh werde ich wach und sofort habe ich dieses kribbeln im Bauch: Es ist Wettkampftag.
Der Fackellauf in Rodenbach ist der erste Lauf bei dem ich jemals angetreten bin. Im Ersten Jahr, 2006, kam ich als letzte ins Ziel. Damals joggte ich erst seit 4 Monaten.
Der Tag plätscherte so vor sich hin. Ich lege langsam so alles ins Bad was ich brauche. Ich räume die Küche auf, frühstücke langsam und gut und so langsam steigt mein Ruhepuls.
Dafür brauche ich auch gar keine Uhr- ich kann es spüren.Vor dem Start wird er auf 119 ansteigen, was ziemlich beachtlich ist da er sonst im Stehen so um die 68 liegt.
Mein Ambassador of Run Happy Shirt liegt bereit,die Infinity Capri auch. Der Ravenna 3 hat mittlerweile die Marathonschnürung und den Nike+ Sender verpaßt bekommen und die neue Unterwäsche von Moving Comfort wird auch beweisen was Sie kann. Zum ersten Mal dürfen meine Fix-Points zeigen ob sie die Startnummer auch wirklich da halten wo sie hingehört.20111107-124823.jpg Ich modifiziere noch einmal meine Playlist ( hier muss ich mit Musik laufen, da ich ansonsten meinen schweren Atem höre) und füge noch ein Endspurtlied (Johnny I hardly knew ya von den Dropkick Murphys) hinzu.
Die letzten Jahre habe ich immer vorher noch etwas gegessen, den Fehler mach ich diese Jahr nicht. Das einzige was ich vorher zu mir nehme ist ein kleines Glas Cola.
Aus einmal, mit einem Paukenschlag ist es dann viertel vor Fünf, Mist ich war zu entspannt in den Mittag gestartet, ich wollte mich doch um fünf mit Gülden treffen. Mit 2 Minuten Verspätung und etwas abgehetzt komme ich am Treffpunkt an. Wir fahren nach Rodenbach, holen unsere Startnummern und befestigen diese. Der TV-Rodenbach bietet diese Jahr zum ersten Mal die Fix-Points zum Kauf an, finde ich eine tolle Sache.
In der Umkleide treffe ich auf Karina, die erste vom Toughrun- Ab in de Batsch, und drittplatzierte beim Fisherman’s Friend StrongmanRun. Auch Sie erkennt mich gleich wieder und so schnacken wir ein wenig. Dabei stellt sich heraus das wir ja keine Konkurrenz füreinander sind, da Sie ja in einer anderen AK läuft, aber mal ehrlich eine Konkurrenz bin ich eh nicht. Sie wollte den Lauf locker angehen. Mein Primärziel ist nur schneller zu laufen als letztes Jahr, das war irgendwas mit 43min und 57 sec. Da ich mir vorkomme wie eine vertrocknete Pflaume gehen wir nochmal zum Auto etwas trinken. Dabei stossen wir auf Jasmin, die zum anfeuern gekommen ist. Wir feuern die Bambinis an, die gerade gestartet sind, trinken etwas und bereiten uns nun endgültig auf den Start vor.
Es herrscht reges Treiben am Start. Viele Grüppchen haben sich gebildet- das sind die Grüppchen die das Nadelöhr am Berg verstopfen werden. Naja kann man nix machen. Pulsuhr gestartet, Ipod bereit, Puls bei 119: Startschuss. Ich laufe los mit Shake Senora von Pitbull. Ich grinse- ich laufe und es geht mir gut- noch. Denn schon bald fängt das Gerempel an. Im Nadelöhr hänge ich hinter 3 Damen fest die stocksteif nebeneinander im Gleichschritt traben. Danach muss ich einen Bogen um Sie laufen um vorbeizukommen. Der Berg ist wunderschön mit Fackeln beleuchtet, der Mond scheint und meine Waden brennen ein wenig. Egal! Einfach im Takt bleiben und nicht drüber nachdenken. Beautiful People läßt mich laufen wie in Trance. Meine Brooks Infiniti Capri rutscht langsam nach unten- wieso?
Als ich sie hochziehe wird mir klar warum: Die Hipster von Moving Comfort ist so glatt das die Tight, sobald sie den Bund der Hipster berührt, keinen Halt mehr hat. Nachdem ich aber mal alles eingeschwitzt habe sitzt es bombenfest :-). Ich erreiche den höchsten Punkt der Strecke, Mein Puls ist mittlerweile bei 190 angekommen. Und abwärts! Wie meine Lauftrainerin mir das beigebracht hat, lehne ich den Oberkörper nach vorne und lasse mich treiben. Born this way- ja genau!
Mit Grenade geht es auf eine lange gerade, in der mein Magen mal wieder kurz rebelliert. Ohrstöpsel aus dem Ohr, ganz auf die Atmung und Füße konzentrieren, Der Magen wird ausgeblendet. Die Taktik hat funktioniert- Puls ist ein wenig niedriger geworden mit 178 und weiter geht’s! Daylight come and we don’t wanna go home- toll die Musik treibt mich an, ich fühle mich wohl. Welcome to St. Tropez läßt den nächsten Streckenabschnitt im Nu vergehen. Ich sehe die Lichter von Rodenbach als Set Fire to the Rain einsetzt. Noch ein kleines Stück und ich werde die Dropkicks auf den Ohren haben. Meine Uhr überrascht mich: So schnell war ich noch nie, mein Ehrgeiz ist geweckt. Hier stehen dann auch schon wieder Leute die klatschen klingeln und uns anfeuern. Tolle Atmosphäre. Ich nehme einen Ohrstöpsel raus. Auf einmal ist es da: Das letzte Stück der Strecke, Die Dropkick Murphys setzen ein und meine Beine geben alles was ich noch kann. Beim Zielendspurt läuft mir tatsächlich ein Läufer, der schon durchs Ziel ist, vor die Nase. Ich Schreie : „ACHTUNG“ und grummele noch irgendwas hinterher als er dann noch ein wenig schneller auf die Seite geht.
Ich komme im Ziel an mit 40:28,6 sec.
Wow- ich kann es selbst nicht glauben, 3 Minuten habe ich mich verbessert. Der Tag war perfekt. Gülden kommt knapp 2 Minuten nach mir ins Ziel. Wir trinken einen Tee und dann ist das tolle Event auch schon wieder vorbei.
Meine Brooks Ausrüstung war perfekt! Der Ravenna 3, so leicht agil und unproblematisch zu laufen, hat gehalten was er verspricht.

Carmen im Wunderland

 

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