Das war mein Fisherman’s Friend StrongmanRun

Hallo Läufergemeinde,

heute gibt’s endlich meinen, schon lange überfälligen, Bericht zum StrongmanRun.

Ja ich hab‘ s überlebt 🙂

Also zuerst mal ein Lob an unsere Herberge (die ich auch über Facebook gefunden habe), wir haben uns echt super wohl gefühlt und das Frühstück war der Hammer.

Am Morgen des Laufs war‘ s wie immer: Nervosität, Magenprobleme, hoher Puls…..

Wir sind dann zeitig los um den Zeitplan einhalten zu können den wir uns zurecht gelegt hatten. Natürlich hat da nix geklappt wie geplant: Der falsche Parkplatz, das Wetter unfreundlich (8°C morgens). Schnell auf dem Gelände Powerbar und Easy Sports mal abgecheckt, bei New Balance noch nach den Schuhen geschaut die ich zum Testlaufen bekommen werde und noch ein paar Tipps zur Schnürung mitgenommen. Dreimal noch aufs Klo (was echt immer super schnell ging, weil alle an den Dixies anstanden und in den Festinstallierten irgendwie niemand  war (Rock am Ring Wissen zahlt sich aus). Die Fans begrüsst (also eigentlich waren es die Fans von Jasmin-aber ich hab die dann mal schnell adoptiert) und ab gings zum Startblock. Hinter uns 3 ganz nette Damen zwischen 40 und 50 die nur zum Spass mal mitlaufen wollten. Mit Haibadekappe und Weihnachtsunterwäsche (die hab ich irgendwo auf der Strecke später auch im Matsch liegen sehen). Den Startschuss haben wir im hinteren Drittel leider nicht gehört-aber Hells Bells von AC/DC.

Nach gefühlten 20 Minuten kamen wir in einem lockeren Trab in den ersten Stau: Die Schlange fürs erste Hindernis. Wir als Neulinge fragend umhergeschaut, aber man versicherte uns: Das ist nur die ersten paar Hindernisse so. An der Seite mogelten sich schon die ersten vorbei: Pussys- die Beschimpfung war der Dank der Menge dafür 🙂

Double Trouble

Die erste Hürde war genommen und endlich konnten wir uns wieder in Bewegung setzen. Das 2. Hindernis Devil’s Playground verursachte noch nicht mal einen Stau (ich fiel dennoch mal kurz  in den Matsch) also waren wir ganz schnell am dritten: der Rutsche Cool-Down. Und ich habs echt probiert-aber Rutschen war nicht möglich- keine Chance mit meiner schönen Brooks Hose in Schwung zu kommen (obwohl beschleunigte Masse ja schon Fahrt aufnimmt) aber abgekühlt hab ich mich im Wasergraben-da bin ich einfach rein gesprungen.

Die Rutsche die nicht Rutschte

Dann kam das von mir am meisten gefürchtete Hindernis: Cliffhanger…und ich stand ewig an- und meine Angst hatte so richtig Zeit sich aufzutürmen. Dann war ich an der Reihe und dann ging alles ganz schnell: Vom Rutschenhindernis waren meine Handschuhe klatschnass und das Hangeln an der Traverse (das verstehe ich bis heute nicht) war ruck zuck vorbei: Meine XS-Hände rutschen einfach an dem Metall ab und zack lag ich in der Grube. Und ganz ehrlich: Nochmal anstellen hätte so echt keinen Sinn gemacht.

Also weiter….Das Wasserhindernis Down under war schnell genommen- und der Kopf musste gar nicht unter Wasser (dennoch gab es Zweitrundenläufer-auch der Sieger- die lieber die Pussy Lane nahmen)- das war genau meins-Abkühlung nach so viel Stress.

Beim Hangover gabs nix mehr zu Hangeln-das Netz hat einfach nachgegeben bei so vielen Läufern- also schnell drüber und weiter:-)

Danach gings zum Schicksalsberg, und da standen wir uns echt die Beine in den Boden, und von hinten kamen schon die nächsten auf dem Weg Ihrer zweiten Runde und drängelten sich wieder an den Massen aussen vorbei.Das war echt für mich eine Tortur dieses Hinderniss- zum Anlaufnehmen war kein Platz-aber ich musste ja, mit einer Körpergrösse von 1,65m, irgendwie über die 1,50m hohen Heuhindernisse. Strategie hab ich schnell gefunden: Vordermann: Bitte zieh mich nach oben- Hintermann: Bitte keinen Brührungsängste-Schieb meinen Arsch einfach drüber.So hat das auch super in der ersten Runde geklappt. Bilder hat dort keiner gemacht 😦 Mittlerweile war 1:10 um…..das Gefühl das man das nicht mehr im Zeitlimit schaffen kann machte sich langsam breit….

Kiesimandscharo hatte es dafür in sich. Auf dem Kies rutschte man immer wieder nach unten-was wirklich sehr kraftraubend war.

Die Eifeler Nordwand….hm… das war zu packen- mit ein wenig Geschick und Kletterkunst lies ich das Hindernis recht zügig hinter mir. Vielleicht gibts deshalb keine Bilder von mir?

Dann kam mein absolutes Lieblingshindernis: Das Fischnetz- erst ab in die Fluten (hier gabs sogar Taucher zur Sicherheit im Einsatz) und dann über ein Netz raus und wieder steil hinunter; leider gibts auch hier wieder kein Bild von mir 😦

Also Dirty Dancing hab ich mir anders vorgestellt-aber was will man machen-die ganzen anderen Läufer haben den Matsch schon weggetragen-da war nicht mehr viel übrig als ich ankam 😦 und den meisten Kontakt mir dem Matsch hatte ich, als ich einem Kind seinen Ball aus dem Hindernis gerettet hab…

Für das Hindernis Stairway to Heaven war ich Namensgeber beim Contest auf der Seite und hatte dafür meine eigene Technik entwickelt: Seitwärts im Kniestand nach oben- und rückwärts wieder runter- das brachte sogar die THW Leute zum lachen 🙂 Aber ich war schneller wie viele andere….

Hot Wheels hab ich mir anders vorgestellt- das war ja richtig tricky  da durch zu kommen ohne sich zu verletzen.

Alcatraz stand jetzt auf dem Plan- und da die Trulla vor mir einen seltsamen Froschgang drauf hatte dauerte es ewig- ich hab mich aber net getraut was zu sagen…

Die erste Runde war geschafft- 2h34min! So ein Mist- Zeitlimit von 3h30 : Out of Sight!

Aber egal- ich wollte das Ding finishen – Egal wie!

Also weiter!

Dann fand ich mich in einer Gruppe von jungen Männern wieder- 3 davon total aufgedreht und am energieverschwenden und Tommy…. irgendwie ganz allein und gerade am gehen- schnell mal angesprochen mit na komm das schaffen wir, waren wir auf einmal zusammen unterwegs. Unterhielten uns über dies und das, die Hindernisse nahmen wir nicht so wahr. Beim Cool Down bin ich sogar gerutscht und hab mich sooo richtig gefreut da drüber 🙂

Doch anschliessend waren wieder die steilen Passagen wo wir abwechselnd mal gingen mit dem Spruch: Ich hol Dich wieder ein- Sascha gabelten wir unterwegs auf, er war schon 3 mal beim StrongmanRun und hatte einen sehr hohen Unterhaltungswert. Ich fühlte mich richtig wohl- hab im Down Under die Kräfte vom Roten Kreuz mal nass gespritzt und dann kam dieser blöde Schicksalsberg. Mir Anlauf aufs erste Hindernis: Was war das- Tränen schossen mir in die Augen- mein linkes Bein zog sich zusammen- Krampf im Oberschenkel-auf dem Hindernis. Ich konnte gar nicht so schnell schauen wie ein Helfer vom THW da war und mir das Bein streckte: „Wenns besser wird sagen Sie Bescheid“ alles klar- es wurde besser- mit einem: „Wenn so ein schwerer Krampf noch mal kommt hören Sie besser auf“ schickte er mich wieder auf die Strecke. Bei den anderen 3 Heuwänden bin ich dann andersrum aufgesprungen- und mein Oberschenkel verhielt sich ruhig.

Bei einem am Rand sitzenden Helfer bat ich um etwas zu Trinken- und bekam prompt SchwippSchwapp- das nenne ich Service.

Hab dann noch ein paar Helfer am Rand angemault weil die so böse geschaut haben und das Sie uns mal motivieren sollen *g*

Am Fischernetz haben wir Synchronschwimmen probiert- das hat aber nicht so ganz geklappt- und danach hab ich die Jungs irgendwie verloren.

Ich war voller Euphorie- das Ziel so nah vor Augen- durchs Dirty Dancing, über meine Stairway ab in Alacatraz- als ich da drunter durch war, wurde mir bewusst das Alcatraz das letzte Hindernis war- ich führte einen Freundentanz direkt vor Ort auf 🙂

Das Ziel war nicht mehr weit- gefühlte 100 Meter noch mal ein wenig Tempo aufgenommen und ich stand mit einer Zeit von 4h08min im Ziel. Scheiss aufs Zeitlimit- ich habs geschafft!

Und wenn ich nicht so viel angestanden hätte um wirklich alle Hindernisse mitzunehmen, wäre das Zeitlimit kein Problem gewesen.

Im Ziel war ich nur noch glücklich- Freudentaumel- Finisher Bilder- Medallien, Scherpen, einfach nur grandios. Sascha war auf einmal auch wieder da- nur Tommy hab ich nicht mehr gesehen 😦

Aber auf Facebook haben wir uns alle wieder gefunden- und nächstes Jahr gehts wieder an den Start- und dieses mal weiter vorne im Startblock 🙂

 

PS: Meine Brooks Infinty Hose, meine Falke Socken und meine Brooks Adrenaline GTS 10 haben den Lauf nicht überlebt 😦

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von chiamh Veröffentlicht in Laufen

2 Kommentare zu “Das war mein Fisherman’s Friend StrongmanRun

  1. Pingback: Training als offizieller Blogger zum Fisherman’s Friend StrongmanRun aufgenommen | schlechteswettergibtesnicht

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